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Wiener Wald: Zisterzienserabtei Heiligenkreuz, Wiener Wald

Stift Heiligenkreuz: Was man beim Besuch der Zisterzienserabtei sehen muss

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: Gregorianischer GesangWenn man in der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz landet, betritt man einen anderen Planeten. Versteckt im Wienerwald haben die örtlichen Zisterzienser-Mönche jedoch einen einzigartigen Weg gefunden, sich mit der Welt zu verbinden.

Seit sie 2008 mit ihrem Gregorianischen Choral die internationalen Musik-Charts stürmten, kommen immer wieder Besucher. Nicht nur um Mönche singen zu hören, sondern auch um Österreichs vor-habsburgische Geschichte zu verfolgen. 

Besuch im Stift Heiligenkreuz

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: EingangstorDa ich in diesem Teil der aufgewachsen war Wiener WaldHeiligenkreuz war immer in der Nähe gewesen. Vielleicht zu nahe, um selbst dem größten Zisterzienserkloster Europas eine gründliche Anerkennung zu zollen.

Nach der Fahrt durch die sanften Hügel des Wienerwalds nahm mich der junge Frater Georg auf eine Inhouse-Tour. Das Betreten eines lebenden Klosters fühlte sich definitiv intensiver an als das Erkunden einer verlassenen heiligen Stätte.

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: St. Josephsbrunnen

Wie ein Haus, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zeigte der Innenhof eine reiche architektonische Mischung: Zwischen klassischen Fassaden befand sich die romanische Kapelle, während die benachbarten Renaissance-Arkaden einen Barockbrunnen umringten (Foto).

Nur drei Wochen vor seiner Investitur teilte Frater Georg seine Liebe und sein Wissen über das Leben in Heiligenkreuz mit mir: Der Glaube der Gründerväter und der frühen Mönchsgemeinschaft hatte die Zisterzienserabtei ebenso geprägt wie jeder der beteiligten Architekten.

Frater Georgs Paradies

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: KreuzganggartenBeinahe 900 Jahre lang hatten Mönche in Heiligenkreuz, in einem Weltrekord für eine Zisterzienserabtei, in ununterbrochener Zeitspanne gebetet und gearbeitet. 

Einer der Räume, die die Mönche am meisten liebten, war der Innenhof des Kreuzgangs, der als "Paradisum" bezeichnet wird. Vom Kreuzgang sorgfältig geschützt gedeihten dort farbenfrohe Blumenbeete und gepflegte Rasenflächen.

"Indem wir durch den Kreuzgang durch das Paradisum gehen, suchen wir nach Gott", erklärte Frater Georg. Sogar die roten Marmorsäulen des Kreuzgangs, die als Bäume geschmückt waren, verströmten einen Hauch von Paradies.

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: Kreuzgang

Dieses Foto zeigt Frater Georg, wie er Christus im Lesekorridor des Kreuzgangs aus dem 13. Jahrhundert betrachtet. Jeden Abend trifft er sich mit seinen Mitbrüdern und dem Abt dort, um eine Regel des heiligen Benedikt, eines der geistlichen Väter des Zisterzienserordens, zu lesen.

Nach dem Lesen beginnt für alle Zisterziensermönche die obligatorische Stille. Bis zum ersten Gebet des nächsten Morgens darf niemand sprechen.

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: tanzende TodesfälleWie viele mitteleuropäische Klöster zeigt das Stift Heiligenkreuz neben spartanischen Räumen wie dem Arbeitszimmer der Mönche auch eine Mischung aus verschwenderischen Dekorationen.

Was mir auffiel, waren diese Kerzenhalter in der Trauerkapelle: Frater Georg zeigte auf vier hüftschwingende Skelette, die jeweils eine Kerze balancierten.

„Tanzen ist seit langem [in der katholischen Kirche] mit dem Teufel verbunden. Durch das Tanzen machen sich die Menschen größer und wichtiger als sie sind."

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: BrunnenhausEiner der paradiesischsten Orte von Heiligenkreuz war sicherlich das Brunnenhaus. Als wir den neuneckig geformten Raum betraten, leuchteten Frater Georgs Augen auf, als wäre er wieder an seinem Lieblingsplatz.

Wie ein zartes Zelt breitete das Steingewölbe neun bunte Glasfenster über einem Springbrunnen aus, der Wasser über mehrere Becken fließen ließ.

Österreichs Babenberger

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: KapitelsaalÄhnlich wie Stift KlosterneuburgHeiligenkreuz beherbergt hochrangige mittelalterliche österreichische Herrscher. Vor der Übernahme durch die Habsburger regierte die Babenberg-Dynastie das heutige Österreich (und mehr). 

Nicht weniger als vier Babenberger-Herzöge hatten die Zisterzienserabtei zu ihrer letzten Heimat gemacht. Unter ihnen war Markgraf Leopold V.

Tatsächlich war er derjenige, der den englischen König und Kreuzfahrer entführt hat Richard Lionheart. Als ich ihn auf einem Fresko über die Kreuzzüge erwischte, nahm er lächelnd seinen Gürtel von seinem blutbefleckten Hemd. Ich war nicht besonders stolz auf die legendären Ursprünge der österreichischen Flagge.

Gregorianischer Choral in Heiligenkreuz

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: MöncheFür die Zisterziensermönche ist Singen von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, Gott zu preisen. Fünfmal am Tag füllen sich die Hallen von Heiligenkreuz mit den meditativen Melodien des Gregorianischen Chorals.

Die meisten Gesänge finden in der 900 Jahre alten Stiftskirche statt: Was mich faszinierte, war der Hochaltar, der sich genau in der Mitte ausbreitete und mit einem Baldachin bedeckt war. Zusammen mit den strengen hohen Kirchenmauern und der subtilen Beleuchtung strahlte die Kirche uralte Mystik aus.

Kurz nachdem Frater Georg mich eingeladen hatte, mich der Vesper anzuschließen, umspülten mich die sanften Wellen lateinischer Psalmen. Warum ist diese "Musik für das Paradies", wie die Zisterziensermönche sie nennen, so meditativ? Höchstwahrscheinlich wegen seiner unisono-Eigenschaft: Dabei gibt es nur eine Melodie, die in frei schwebenden Rhythmen gesungen wird.

Hören Sie sich dieses gregorianische Choralvideo an, das Heiligenkreuz zu Weltruhm verhalf:

 

Wie man die Zisterzienserabtei besucht

Zisterziensermönche sind nach ihren eigenen Grundsätzen und ihrer Natur äußerst einladend: "Unsere Türen stehen Ihnen offen, unsere Herzen noch mehr". Täglich kann man an geführten Inhouse-Touren teilnehmen. 

Zisterzienserabtei Heiligenkreuz: Mönch und Gast

Die Führungen finden von Montag bis Samstag um 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 2.00 Uhr, 3.00 Uhr und 4.00 Uhr statt, außer an Karfreitag und Heiligabend. Sonntags findet nur die Tour um 10.00 Uhr nicht statt. 

Wien Unverpacktes LogoMein Tipp: Um den Gregorianischen Choral zu hören, besuchen Sie Heiligenkreuz um das Mittags-Chorgebet um 12.00 Uhr oder kurz vor dem Vesper um 6.00 Uhr.

Wenn Sie durch die den Wienerwald reisen, können Sie auch Ihren eigenen privaten Tourguide mitbringen. Kontakt wenn Sie Hilfe bei der Organisation eines privaten Transfers und eines Wienerwald-Guides benötigen. Alternativ gibt es auch eine regelmäßig stattfindende geführte Wienerwaldtour Dazu gehört ein Besuch der Abtei Heiligenkreuz. Für totale Unabhängigkeit erwägen Sie auch ein Auto zu mieten , besonders wenn Sie vorhaben, mehr Sehenswürdigkeiten in der Wiener Umgebung zu sehen.

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